Lotz Carbon - Blog
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Von der Faser zum Fahrrad - Teil IV PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Julian Lotz   
Sonntag, den 30. Januar 2011 um 10:54 Uhr

Und weiter geht’s, wie versprochen heute mit einem Teil, das nicht von mir selbst hergestellt ist:

Thematisch immer noch in der Nähe des Rahmens behandeln wir heute die Gabel. Lange Zeit ein „Geheimtipp“ unter Leichtbauern war die Ritchey WCS UD Carbon. Gekürzt auf 190mm Schaft brachte diese teils um die 250g auf die Waage – bei Preisen um 230€ ein ganz hervorragendes Gewicht.

 

gabel_neu

Ritchey WCS Carbon UD, "out of the box".

 

Leider sind diese Zeiten passé. Auch wenn viele Shops noch das alte Gewicht von 298g bzw. 308g in der Artikelbeschreibung führen, die Gabel ist merklich schwerer geworden (was mir auch erst klar wurde, als ich die Gabel auf der Wage hatte). Mein Exemplar wog mit 300mm Schaft stolze 323g und ist damit noch 1g leichter als der Hersteller derzeit angibt.

 

gabel_waage

Übergewicht - 15g mehr als geplant, und die befinden sich scheinbar komplett in den nicht bearbeitbaren Gabelscheiden, wie ein Vergleich des Schaftes mit einer älteren, leichteren WCS zeigte.

 

Dieses Mehrgewicht scheint übrigens nahezu vollständig auf das Konto der Gabelscheiden zu gehen – die Alu-Ausfallenden sind im Vergleich mit leichteren Gabeln früherer Jahrgänge identisch geblieben, der Gabelschaft weist die gleichen Wanddicken und Zusammensetzung auf.

A propos Gabelschaft: Hier leistet sich Ritchey den Klops und packt großzügig billige Glasfaser nach innen, anstatt den Schaft nur aus Kohlenstofffaser-Epoxydharz-Verbund zu fertigen. Das macht technisch wenig Sinn, sind die Kohlefasern doch angeblich sogar Hochmodulfasern und damit besonders steif – eine Eigenschaft die der Glasfaser quasi völlig abgeht. Damit werden die Glasfasern zum Füllmaterial, Spannungen dürften sie nicht nennenswert auf sich ziehen.

 

gabelschaft

Gut zu sehen sind die hellen Glasfasern und die eher ungleichmäßigen Wanddicken von Glas- und Kohlenstofffasern.

 

Würde man die Glasfasern durch Kohlenstofffasern ersetzen, wäre die Gabel leichter (Glas hat eine höhere Dichte als Kohle), außerdem würden die Festigkeiten tendenziell steigen, die Materialausnutzung wäre viel gleichmäßiger.

Somit bleiben für mich vor allem zwei mögliche Gründe für den Einsatz von Glasfasern im Schaft: Entweder man hat hier die Herstellkosten deutlich gesenkt, oder man befürchtet, dass unwissende Kunden entgegen der Bedienungsanleitung eine Kralle in den Schaft schlagen, und verwendet die billige Glasfaser-Schicht als Opferlage um das Kohle-Laminat zu schützen.

Wie dem auch sei, die Gabel wurde von mir mittels einer Cutterklinge durch Abziehen entlackt, dies drückte das Gewicht auf 315g. Daraufhin habe ich die Gabel mit Kunststoff-Haftgrund grundiert, um ein abplatzen des Lacks zu vermeiden, und mit mattem Klarlack dünn lackiert. Um das finish etwas seidiger und gleichmäßiger wirken zu lassen habe ich die Gabel nachdem der Lack getrocknet war noch einmal mit Abralon 2000 geschliffen. Nach der Neulackierung zeigt die Waage immer noch 315g an – die neue Lackschicht ist also sehr, sehr dünn ausgefallen und schlägt nur mit max. 1g zu Buche.

 

gabel_roh

Die entlackte Gabel - 8g Gewichtsersparnis.

Verwendet habe ich übrigens hundsgewöhnlichen Mattlack aus der Spraydose, einkomponentig.

Durch das Ablängen des Gabelschaftes wird die Gabel vermutlich irgendwo bei knapp 280g landen. Kein überragendes Gewicht, und ungefähr 20g mehr als ich mir von der Gabel ursprünglich erhofft hatte. Da auch die Verarbeitung eher mäßig ist (mittelmäßige Lackqualität, relativ viel Dreck (Staub, kleine Kohlefaserschnipsel) im Laminat , Wanddicken von Glasfaser und Kohlenstofffaser schwanken relativ zueinander mehr als mir lieb wäre), muss ich sagen, dass die Gabel eher eine Enttäuschung ist.

 

 

gabel_matt

Neu lackierte Gabel, Bild auf der Waage hier.

Ich werde sie trotzdem verbauen, denn zum einen passt das UD-Finish eben zum Rad, eine THM Scapula oder eine Look HSC 5 SL hätten z.B. mich an diesem Rad störendes Köpergewebe als Finsih, zum anderen sind andere optisch passende Gabeln ein vielfaches Teurer (AX-Lightness). Unter Umständen wäre eine Easton EC 90 SLX die sinnvollere Wahl gewesen.

 

Summary in english: I chose the WCS fork because of it's light weight - but it seems ritchey has modified the fork, it's around 15-16g heavier now, and the worst is that none of the extra weight has been gone into the shaft where it could be cut off... The fork was cleaned and revarnished. Perhaps a EC 90 SLX would have been a better choice concerning the "improved" weight of the WCS forks...

Comments

avatar Fuchs
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wie gesagt so haben einige gabeln (zb meine) kein glas im schaft.

mit 195mm schaft und ohne lack liegt meine so bei 251g
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avatar Julian
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Also die vom Pedä hat bei gleicher Schaftlänge aber mit Lack und mit Glasfasern im Schaft ebenfalls 251g. Dann sind wir jetzt schon bei mindestens 3 ziemlich unterschiedlich en Versionen...
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avatar rookie
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Kannst du etwas zum Preisunterschie d sagen? Wieviel Kosten können durch die Verwendung von Glasfaser eingespart werden. Ganz hypothetisch.
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avatar quarkwade
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Die ENVE-Gabel 1.0 (allerdings gerade) liegt ohne Ablängung bei 292 (entlackt) gr. und passt zu UD-Finish
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avatar Julian
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@rookie, keine Ahnung, hängt davon ab ob nun wirklich HM-Fasern drin sind was die Kohle angeht oder nicht, und was der Produzent für Preise bekommt. Bezogen auf den Anteil, der GF ist, und bezogen auf Standard-Kohlen stofffasern wird das wohl so um Faktor 10 bei den Fasern sein, im Halbzeug mit dem gleichen Harz noch Faktor 6 ungefähr.

@quarkwade, ja, die wäre durchaus auch ganz hübsch. Kommt vielleicht irgendwann mal nach, derzeit habe ich halt alle Gabeln >400€ ausgeschlossen, muss ja irgendwie mit dem studentischen Budget zusammengehen :-D.
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